GLAS: Papiermesser (mit Silber)

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ADMIN. DATEN: Privat

OBJEKTDATEN: Wien / Josef Hoffmann, Durchführung: Wiener Werkstätte (vmtl. von Anton Wertnik, Auflagenzahl mind. 37 Stück) / 5 Punzen am unteren Rand im Silber) / vmtl. 1910/1913 / Papiermesser – Klinge und Schaft (Erl) aus Glas, Griffummanelung aus Silber / fälschliche Materialbezeichnung des Glases als Bergkristall in Info-folder und Literatur

MASZE ca.: L gesamt + Glas 25,3 cm / B 2,7 cm / Dicke 0,2 – 0,9 cm / L Silbergriff 9 cm

KLASSIFIZIERUNG OBJEKT: Papiermesser / Glas und Silber / Glaskinge-schaft – transparentes Glas, vmtl. zähe Glasmasse geformt durch Drehen und Drücken, geschliffen, poliert, seitliche Enden und rund um Schaftboden facettiert, / Silbergriff – Silberblech, durchbrochen, Motiv „Efeu gebuckelt“

VERWECHSLUNG MÖGLICH!: BERGKIRSTALL ODER GLAS? / Materialbeobachtung weisen auf Glas hin: durchgehende Homogenität, hohe Transparenz bei rel. großer Objektgröße (1 ganzes Stück), keinerlei rauchige Einschlüsse, auch nicht versteckt hinter Silbergriff, schlierige Materailstruktur im elliptischen Verlauf im ovalen Schaftboden, Luftblase im Vergleichsobjekt des MAK Wien / Archivrecherche: Eindeutige Einträge in Modellbüchern (MAK) mit Begriffen „Glas“, „Glaser“, „Glasschleifer“

SCHADEN URSACHE+BILD: Mechanischer Schaden – jüngerer Schaden (Bruchflächen passgenau) / Glas: massiver Bruch (Objket liegt in 3 Fragmenten vor), ausgehend von den Brüchen feine, auslaufende Haarisse, Substanzverlust um die Bruchbereiche (muschelige Ausbrüche 0-2 mm tief), Rückstände eines Putzmittels, Alte transparente Klebstoffreste an und um Bruchflächen / Silber: dunkle Korrosionsprodukte, Rückstände eines Silberputzmittels (hell, pulvrig, in Tiefen auf Glas)

ZIELSETZUNG: Substanzsicherung und präsentable Ganzform / Wiederverklebung aller Fragmente (so weit möglich) / Herstellung der ursprünglichen Form durch Ergänzungen / ästehtische Vollintegration der Fehlstellen soweit möglich / Wunsch nach „Unsichtbarkeit“

MASSNAHMEN, 2007: Objekt war zum Übernahmezeitpunkt gebroche und wies Spuren eines alten Klebeversuches auf (transparenter Klebstoff) / Glas: Trocker Zusammenbau der Teile mit Klebebandstreifen (Scotch, Gravitation!), Klebung durch Infiltration + Versuch von Riss-Infiltration (Vitralit 6164, UV-Licht), Ergänzung der Ausbrüche mit reinem (Epoxidharz Epo-Tek 301-2, Dentalwaxsperren); Schneiden, Schleifen und Polieren der ERgänzungsoberflächen (Tixo, Skalpell, Glasfasserstift, Politurpapiere), insgesmat 4-maliger Füll-Schleifdurchgang (massive Adhesionsprobleme), in diesem Falle leider mäßig befriedigendes optisches Endergebnis der Ergänzungen / Silber: Reinigung des Silberfiligrans (Aceton, Benzin, Holzstäbchen, Wattestäbchen), Korrosionsschutzschicht aus mikrokristallinem Wachs (Renaissance)

MATERIAL: Lösemittel Aceton, Benzin (Reinigung Silber, Glasschaft) / VITRALIT 6164 (Acrylat, Panacol, Schweiz) + UV-Lichtlampe (Klebung d. Glasfragmente, Kapillarsog) / EPO-TEK 301-2 (2-komponentiges Epoxidharz, Bezug KOREST) Ergänzung der Ausbrüche / Dentalwachs (Rinnsperren für Epoxidharz) / Scotch und Tixo (für trockenen Zusammenbau der Fragmente und Schutz der Glasobefläche beim Schleifen) / Skalpell, Glasfaserstifte, Politurpapiere (Abarbeiten der Ergänzung)

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